Sessionsorden mit dem „Chefprinzenwagenzugmaschinenführer“

Bei strahlendem Sonnenschein präsentieren Steckenpferdträger Heinz Hartjes (links) und Präsident Johannes Kubon den Sessionsorden im Original und in Vergrößerung. Mit auf dem Bild der legendäre blaue Trecker und die Standarte des VVK, die Heinz Hartjes dem Verein im Jahre 2003 gestiftet hat.

Dass Karneval auch ein Stück Heimatverbundenheit ist, das zeigt der VVK Veert seit seiner Gründung vor nunmehr mehr als 22 Jahren u.a. durch jährliche individuelle Karnevalsorden mit dem Bezug zur Ortschaft. Auch wenn es die Session 2020/21 so nicht geben wird, wie gewünscht, den Sessionsorden gibt es trotzdem. In diesem Jahre wird damit das ehrenamtliche Engagement von Heinz Hartjes für den Karneval und die Ortschaft Veert gewürdigt. Und der agile 78-jährige weiß dazu so einiges zu berichten. Schon in der Session 1995/96 hat er den Prinzenwagen für Prinz Heinz-Dieter I. gefahren. Beim Treffen vor dem Zug kam es damals spontan zu dem Ehrentitel, der ihn bis heute begleitet. War es der mittlerweile verstorbene Dieter Knechten oder doch Ludger Kersten, der den Titel  „Chefprinzenwagenzugmaschinenführer“ erfand? Das lässt sich nicht mehr klären und soll es wohl auch nicht. Seine spektakulärste Fahrt hatte Heinz Hartjes jedenfalls dann zu Ostern 2000 als er einen neuen Prinzenwagen für Prinz Werner I. (Moll) aus Nettetal abholte und ins Erdbeerdorf Veert brachte. „Da haben die Leute vielleicht geguckt“, berichtet er lachend, „aber es war auch eine tolle Tour mit Begleitfahrzeugen davor und dahinter“. Klar, schließlich darf man mit einem Prinzenwagen im Schlepp auch nicht schneller als 6 Stundenkilometer fahren. Die erste Ehrung ließ nicht lange auf sich warten. So erhielt er schon im Jahre 2002 das Veerter Steckenpferd. Ganz besonders stolz ist man beim VVK auf die prunkvolle Standarte, die Heinz Hartjes dem Verein im November 2003 stiftete.
Aber auch in allen anderen Veerter Vereinen ist und war Heinz Hartjes aktiv. Als Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins wurde er im Jahre 2011 der Festkettenträger und im März 2015 sogar Ehrenvorsitzender.
Feste organisieren und feiern lag ihm immer schon. Unvergessen ist nicht nur für viele Veerter der leider nur einmal durchgeführte Erntedankumzug im Oktober 2007. „Da haben wir richtig was auf die Beine gestellt“, erzählt Heinz Hartjes, „da waren alle mit dabei.“ Und tatsächlich marschierten nicht nur alle örtlichen Vereine mit, sondern wie es sich zu Erntedank gehört, gab es auch Tiere im Umzug von Ziegen, Schweinen und Hühnern bis hin zu einem leibhaftigen Ochsen. Ebenfalls im Jahre 2007 rief er das Veerter Brunnenfest ins Leben, dass es seitdem alljährlich gibt. 50 Jahre ist er auch schon in der Feuerwehr, lange Jahre ebenfalls bei der Taubenvereinigung „Niersbote Veert“ und auch seit 15 Jahren beim alljährlichen Doppelkopf-Turnier dabei.
Aber eigentlich ist er ja „der Mann mit dem blauen Trecker“. Mit seinem Planwagen fuhr er alle Veerter Vereine, insbesondere auch die Landfrauen, die Altentagesstätte und nicht zu vergessen, die Karnevalisten, wenn es am Altweibertage zur „Draakverleihung“ nach Geldern ging. Und wenn im Frühjahr der große Trecker im Dorf steht, dann ist es wieder an der Zeit, dass Veert mit frischen Blumen und Blumenampeln verschönert wird. Besonders erwähnenswert ist hierbei das Engagement der sogenannten „Schuffeltruppe“, die sich um den Blumenschmuck kümmert und u.a. in der Hochsaison alle 2 Tage die Blumen mit Wasser versorgt. Dazu gab es bereits in der Session 2018/2019 den von Elmar van Treeck gestalteten Sessionsorden. Elmar van Treeck ist im übrigen wie in den vergangenen Jahren auch für den aktuellen Sessionsorden zuständig, der, wie könnte es anders sein, bei der Firma Moll hergestellt wird. Der beeindruckende Orden zeigt den großen blauen Trecker, das Veerter Wappen, das Logo des VVK Veert und die  Schriftzüge „Heinz Hartjes“ und „Chefprinzenwagenzugmaschinenführer“ sowie den Hinweis „Session 2020/2021“. Das kommentiert Präsident Johannes „Hammer“ Kubon trocken „Wenn es in der Session 2020/21 wegen Corona keine Orden zu verteilen gibt, dann gibt es sie eben in der nächsten Session. Bei uns fällt nichts aus, wir verschieben alles nur um ein Jahr“.
Und weil es sonst nicht viel zu lachen gibt, freut sich Heinz Hartjes über einen Witz, der über ihn gemacht wurde: »Treffen sich zwei Veerter. Sagt der eine: Hast Du schön gehört, Heinz Hartjes ist mit seinem Trecker voll in die Radar-Kontrolle gefahren! Sagt der andere: „Oh, das hat bestimmt mächtig geblitzt?“, „Nee“, sagt der andere, „aber kräftig gescheppert“.« 
In diesem Sinne dreimal „Da, wo das Veert wiehert, Helau!“ 

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